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Hasenbraten zum Frühstück
Nein, deathbunny, auch da haben Sie leider vollkommen unrecht – wenn es sich auf Erden überhaupt um irgendetwas zu streiten lohnt, dann um Geschmack.
Aber zur Sache: Die veredelnde Wirkung des Umstandes, dass Menschen etwas anderes schreiben, als sie meinen, halte ich für komplette Kokolores. Ich hätte zwar allen, die nach dem 11.09. das Ende der Ironie ausgerufen haben, aus verschiedenen Gründen höchstpersönlich auf den Kopf hauen können, die literarische Qualität eines Buches hat mit dem Ironiefaktor aber nur am Rande etwas zu tun. „Krieg und Frieden“ wäre kein großartigeres Buch, wenn der Autor den schamhaften Umweg der Ironie gewählt hätte. Ich habe nichts gegen Ironie. Aber sie reicht nicht.
Im Falle der Elaborate von Frau Berg kommt hinzu, dass jegliche Aussage, die ironisch gebrochen oder nackt und direkt diesem Buch innewohnen mag, sich durch einen unerträglichen Grad an Plumpheit auszeichnet. Würde ich dazu neigen, an der Welt zu leiden, würden mir die Existenzen und die Lebenswelt, deren Untergang sich Frau Berg ausmalt, auch auf den Keks gehen. Diese billige Überheblichkeit, die aus dem eigenen Unbehagen am Leben anderer Honig saugt, ist mir aber auch nicht gerade behaglich. Tja, und am Ende bleibt – Frau Berg schreibt schlecht. Schlecht. Flach und schrill und billig. Egal was das Feuilleton schreibt.