Frl. Modeste,

ist es vielleicht denkbar (wenn auch bestimmt abwegig), dass Sie Ihren Freunden, die Sie wohlmeinend in eine Beziehung lotsen wollen, recht vage Vorstellungen davon vermitteln, was für Sie in Frage käme? Ja, provozieren Sie nicht gerade, dass jene meinen, Ihnen alles, aber auch alles vorstellen zu müssen, was gerade unbeweibt ist und eine zarte Hand zu brauchen scheint?

Sollte da nicht ein Kriterienkatalog an der Hand sein, der Ihren Freunden und insbesondere Freundinnen klar umrissen aufzeigt, wo die Grenzen dessen liegen, was Sie zu ertragen gewillt sind? Und jenen klar macht, dass schlagend und farbentragend vielleicht für Sie in Filmen, niemals aber im wirklichen Leben des real existierenden Berlin infrage kommt?

Wenn Sie, verehrtes Frl. Modeste, nicht sagen, was Sie wollen, könnten Ihre Freunde am Ende gar glauben, Sie wüssten gar nicht, was Sie wollen. Und dann wissen sie bestimmt, was das beste für Sie wäre. So entstehen Irrtümer, und die führen zu den Verletzungen, die Sie zu recht so beklagen.

Na ja, amouröse Resteverwertung ist auch ein hartes Wort. Hat man von einem zarten (?) Wesen gar nicht erwartet. Sehen Sie, vielleicht ist ja das auch das Problem.

Sagen sie, was Sie wollen. Aber nicht so hart, bitte.