REPLY:
Der Südländer als Solcher
ist eigentlich butterweich, der Machismo Theaterdonner (meistens). Das unterscheidet
ihm vom tough guy nordamerikanischen Zuschnitts oder erst recht von den echten
Frauenfeinden gewisser – stans. Nur, zum Thema subtil: Das subtile Zeigen von Interesse
kann so subtil sein, dass es beim Gegenüber nicht ankommt, und das ist bei der
Partnerakquise eines der verbreitetsten Probleme überhaupt. Auch innerhalb unserer
Gesellschaft gibt es die verschiedensten kulturellen Codes. Das, was Du, Modeste oben
geschildert hast – Frau gräbt Mann offensichtlich an und wird dann von diesem
gegenüber Dritten feixend als Schlampe dargestellt – wäre in jenem subkulturellen Milieu,
dem ich über anderthalb Jahrzehnte angehörte, nicht denkbar gewesen: Sexuelle
Promiskuität galt als positives Ideal, sowohl Männer als auch Frauen rühmten sich, wenn
sie Seitensprünge hatten (nicht wahr, netbitch: „Frischfleisch!“), Eifersucht galt Vielen als
reaktionäres bürgerliches Besitzdenken. Heute, in einer völlig anderen sozialen
Umgebung mich bewegend, gelten Maßstäbe, die mir teilweise echt fremd sind.