dr.kurt.isane zeigt einem Amerikaner den Louvre
Vor ewigen Zeiten begab es sich, daß mich ein amerikanischer Bekannter
für zwei Monat besuchte. Er wollte das, was alle Amerikaner wollen:
Europa in ein paar Wochen sehen. Okay, er war nicht der
Durchschnittsamerikaner, der /Europe in three Days/ durchhaben wollte. Er machte es
sorgfälltiger – dachte ich.
Er fing langsam an. Mit Deutschland. Der grundsätzliche Ablauf war
immer der gleiche. Zuerst wurde ein Ort im Reiseführer ausgeguckt. „This is
where I want to go“. Am nächsten Morgen stand er früh am ortlichen
Bahnhof und schwang sich in einen Zug der grob in die richtige Richtung
ging. Spät in der Nacht oder irgendwann am nächsten Tag tauchte er wieder
auf. „Wow, Heidelberg is great!“, „Hamburg habour is huge!“, „They
don’t wear leather trousers in Munich“. Am Wochenende war normalerweise
Ruhetag.
Nachdem er die Touristspots in good old Germany aus seiner Sicht durch
hatte, kam das umliegende Ausland dran. Naturgemäß wurde die Auswahl
etwas gröber. Statt dem Reiseführer genügte eine Europakarte. Er tippte
auf die
Karte – Amsterdam „This is where I want to go“ und fuhr. Er tippte auf
die Karte – Wien „This is where I want to go“ und fuhr. Er tippte auf
die Karte – Brüssel „This is where I want to go“ und fuhr. Er
tippte auf die Karte – Luxenburg „This is where i want to go“ und er fuhr,
und er war begeistert.
An einem Wochenende wurde es ihm zu langweilig „gemutlich“ rumzusitzen.
Er schnappte sich seine Europakarte. „Where is Paris?“ „Paris?“ „I want
to see the Louvre.“ Er tippte auf die Karte „This is where I want to
go“. Ich beschloß ihn ausnahmsweise zu begleiten. Die Zugfahrt war
langweilig. Noch dazu regnete es bei der Ankunft in Paris. Wir namen die
Metro zum Louvre. An der Haltestelle bekam ich dann aus erster Hand seinen
Verständnis von Besichtigungen mit. Wir steckten die Nase aus der
Metrostation. Es regnete immer noch. Er deutete auf den sich in kurzer
Entfernung befindenden Louvre. „Is this the Louvre?“ „I guess so“. „Ok,
lets go back home!“. Sprach es, drehte sich um, und ging zurück in die
Metrostation. Ich war völlig entgeistert. „I thought you want to see the
Louvre!?“ „Yes, and that’s what we did. That was the Louvre over
there, wasn’t it? You saw it, I saw it, so we saw the Louvre. Let’s go
back.“. Ich war so perplex, ich bin einfach hinterhergedackelt. Dank des
Regens verspürte ich auch keine große Lust, Paris zu besichtigen. Also
zurück zum Bahnhof, ab in den nächsten Zug Richtung Heimat.
Am nächsten Tag holte er wieder seine Europakarte raus. Er zeigte
irgendwo auf die Karte: „This is where I want to go“. Ich schaute worauf
sein Finger zeigte. Moskau …