Tja,

nach der buddhistischen Lehre (soweit ich sie als Laie verstanden habe) wäre diese Versteinerung am Ende ein wünschenswerter Zustand. Nach dem Motto: Erst wenn alle Begierden verlöscht sind, kann man das ewige Rad der Wiedergeburten verlassen und ins Nirvana eingehen. Ich habe angesichts dieses Versteinerungsprozesses, den ich auch aus eigenem Erleben kenne, jahrelang versucht, mir da irgendeinen Trost und eine Beruhigung rauszuziehen. Aber das hat nicht dauerhaft funktioniert. Um meinen 40. Geburtstag herum ist es mir sehr schmerzhaft klargeworden, dass ich nicht willens bin, diesem Versteinerungsprozess weiterhin tatenlos zuzusehen, mich weiter in meinem Alleinsein zu verstecken, mich noch weiter zurückzuziehen, um auch ja keine Gefährdung dieses fragilen Gleichgewichts riskieren zu müssen. Und mir ist klargeworden, dass ich unter diesen Voraussetzungen Prämisse keinen Bock darauf habe, einen 41. Geburtstag zu erleben, wenn sich bis dahion nicht ein paar Dinge ändern. Tja, was soll ich sagen. Es haben sich ein paar Dinge geändert. Nicht unbedingt die, die ich auf dem Schirm hatte – aber es hat gereicht, um meine Existenz noch mal so richtig aufzumischen. Ich bin ziemlich sicher, dass der Versteinerungsprozess auch bei Ihnen nicht unaufhaltsam ewig so fortschreiten muss. Dass Sie dagegen anschreiben, halte ich für ein gutes Zeichen.