So ein fin de siècle…

… hat es nun einmal in sich; und wenn man da gerade 18 ist, dann umso mehr.

Beethoven mit (durch etliche Lebensstürme) runderneuerten Ohren zu hören, war auch für mich erst unlängst eine berückende Erfahrung.

Wobei ich auch kenne, daß mich etwas, das früher zu Tränen rührte, nicht nur ausgesprochen kalt läßt, sondern sogar abstößt. Rilke z. B. war mir früher in beinahe allen seinen Schaffensperioden lieb und nah. Heute lese ich ihn mit einem geschärften Bewußtsein, das viele seiner Manierismen einfach nicht mehr gelten lassen kann, jedoch umso bewegter von denjenigen seiner Werke ist, die wirklich in die Tiefe der Dinge reichen.

Gesenkten Hauptes (wie früher meist) kann und mag ich mich allerdings der Kunst nicht mehr nähern. Vielmehr offenen Blickes, nicht mehr so leicht zu beeindrucken wie in der Jugend – aber immer noch gern verzaubert, geweckt, begeistert.