@ Che: Na ja. Man muß nicht unbedingt wissen, wie das Essen gekocht wird, um es zu genießen. So wie Sie Baudrillard angehen, kann man jedes andere literarische Werk lesen – kontextualisiert, dekonstruierend, kanonisierend-historisch-kritisch oder nach irgendwelchen -ismen aus dem interpretatorischen Werkzeugkasten. Drei, vier Semester Kunstgeschichte geben auch jedem Museumsbesuch mehr Würze – eine Eintrittskarte ist das aber nicht (und führt auch oft auf falsche Wege).
„Zugangsfreiheit“ zu Kunst und Philosophie sind für mich entscheidende Kriterien, denn Postulate wie „lesen Sie erstmal X und Y und sein Hauptwerk Z, ehe Sie mitreden“ führen schnell zu vom „Herrschaftswissen der Belesenheit“ gelenkten rigiden Diskursen. (Ich sage das jetzt zugespitzt, der Kürze wegen. Natürlich kenne ich die Freuden des hermeneutischen Prinzips und sehe auch die Gefahren von „Beliebigkeit“ und „Oberflächlichkeit“ etc.)
Sicherlich ist ein gedankenstrenges philosophisches Werk kein Roman, aber auch dort offenbart textimmanentes close reading viel Raum für Entdeckungen. Und Spaß. „Cool Killer“ ist doch nun wirklich ein Hort amüsanter Beobachtungen und Überlegungen.