REPLY:
Da haben Sie recht. Leider ist der größere Teil der Fixierungen bei Partnervorstellungen – meinetwegen auf einen bestimmten optischen oder temperamentsmäßigen Typus – ja nicht aus dem Boden gesprossen, sondern hat seine biographischen Ursachen, und verhindert, wird er verfehlt, dass so richtig der Blitz einschlägt. Und dies wäre wirklich ein Preis, den zu zahlen nicht billig wäre.
Die verklärten Vergangenheiten sind wohl ein verbreitetes Problem, ich höre davon auch immer wieder. Im schlimmsten Fall überstrahlt die vermeintliche Erinnerung alles, was später noch auftaucht und zerstört auf diese Weise natürlich viel, was sonst hätte gedeihen können. Die Vergangenheit als verlorenes Paradies war, wahrscheinlich zum Glück, nie mein Problem. Die Vergangenheit als Fessel und Kette und nächtlicher Alptraum, das ist mir wohl bekannt, vermutlich kommt man von beiden Vorstellungen schlecht weg.
Ich glaube manchmal, dass es hilft, darüber zu schreiben: Das Schiefgewachsene, Bleiche gesund wiederauferstehen zu lassen. Sich die Definitionsmacht über eine Situation zurückholen und am Ende das letzte Wort schreiben, ohne dass der andere einen festhalten und verletzen kann. – Aber vielleicht ist auch das Illusion und nichts als der letzte traurige Sieg von jemandem, der einen nicht halten, sondern nur verletzen konnte.