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Don Alphonso, das sind ja Aussichten! Mit Mitte dreißig mit irgendwelchen Gebrauchtmännern beim Tee zu sitzen und sich deren Ehemartyrium anzuhören, die Photos von den Kindern in die Hand gedrückt zu bekommen, und sich mit geschiedenen Damen und den anderen Restbeständen des Singlelebens um die Handvoll Herren zu balgen, die sich nicht schon auf den ersten Blick als Katastrophe erweisen. Eine dunkle Ahnung sagt mir, dass bei der zweiten Runde meine Chancen indes eher nicht besser, sondern schlechter werden dürften, denn bis dann ist ja ausreichend junges Gemüse nachgewachsen, und irgendwelche dahergelaufenen Studentinnen würfeln gleichfalls um die attraktiven Herren mit den grauen Schläfen. Und um solche Damen wie meine Freundin A. muss man sich wohl auch keine Gedanken machen, die kommen bei der Verteilung offenbar lebenslänglich zuerst – meine Mutter kennt auch ein derartiges Exemplar, heute über fünfzig, die es irgendwie geschafft hat, einen 46 Jahre alten Spitzenmanager aus den Armen seiner Frau zu reißen, ihren zweiten Ehemann für diesen Herrn lukrativ abzuschießen und nunmehr ihre dritte Hochzeit plant.
Mit den Beschädigungen, Herr Bandini, da sagen Sie ja was… die kommen auf die ganze Malaise ja noch obendrauf (oder liegen vielmehr untendrunter), und komplizieren die ganze Sache natürlich noch zusätzlich ganz erheblich. Auf der anderen Seite ist das natürlich auch eine große Chance, immer wieder auf die Rennbahn zu dürfen, und vielleicht in der nächsten Runde endlich zu gewinnen.
Und wenn es keine Chance ist, so ist es doch zumindest eine Illusion, die man vielleicht braucht, um es immer wieder zu versuchen und nicht einfach zu beschließen, im Bett zu bleiben und da langsam (und allein) zu verrotten.