REPLY:
Hallo Mel,

jetzt, wo wir das sauber auseinanderklamüsert haben mit der Kinderfrage und dem gesellschaftlichen Egoismus können wir das Schubladenklappern getrost einstellen, ganz meiner Meinung. ;o)

Ich für mein Teil stand ja auch 40 Jahre lang auf dem Standpunkt, wer Hunde und kleine Kinder nicht mag, könne kein völlig schlechter Mensch sein. Und ehrlich gesagt hatte ich auch ein wenig Sorge, es könnte dann bei mir so laufen wie bei dem Cousin von Frau Modeste. Dass es nicht so kam, ist sicher nicht nur mein Verdienst, sondern auch meiner wundervollen Frau zu verdanken, die mir in der Zwischenzeit nie das Gefühl vermittelt hat, jetzt abgemeldet zu sein. Das hat es mir wesentlich einfacher gemacht, mich mit gutem Gefühl auf das Abenteuer Vaterschaft einlassen zu können.

Dieser Punkt bleibt in der Geschichte von M’s Cousin leider auch etwas unterbelichtet. Natürlich kann man ihm jede Menge Vorwürfe machen für sein Verhalten, keine Frage. Aber ich denke, dass es seine Freundin auch überhaupt nicht verstanden hat, ihn im positiven Sinne einzubinden und ihn und seine Bedenken auch ernst zu nehmen. Ich weiß nicht, wie ich es weggesteckt hätte, wenn meine Frau nur noch den Ich-und-mein-Bauch-Film gedreht hätte. Da hätte ich vielleicht auch mit immer weiterem Rückzug reagiert. Und mich auch um eine Menge beglückender Momente gebracht…