Ach je, endlich ein Thema, bei dem ich mich mal auskenne, und da hab ichs verpasst. Ehrlich gesagt ist es ja fast das einzige Thema, mit dem ich mich noch auskenne mit meinen drei Kindern und der kaputten Beziehung, und ich liebe es schon deshalb, man liest ja außer Blogs nicht mehr so viel, wegen der Kürze der Tage. Die Diskussion scheint vorbei, egal, noch eine kleine Anmerkung: Das ist deutsch, solche Zwiste gibt es in keinem anderen Land (also in Italien gibt es sie nicht, in den Staaten auch nicht), nur hier erlangen sie so eine schwelgerische Weltanschaulichkeit, nur hier hört man das Zischen des großen Schwertes, das die Kinderhaber von den anderen trennt und für immer teilt, nur hier müssen die einen die anderen richten, moralisch am liebsten.
Das Thema ist ein Hafen für die ganz großen Dinger, für die großen Gesten und den schnellen Schlag ins Gemächt. Brittbee zum Beispiel sagt oben etwas über Eltern, die sich das so nicht zu sagen trauen, aber sie würde doch auch nicht wegen ausgiebigem und gerechtfertigtem Genöle über Arbeitserlebnisse aufs Arbeiten ganz verzichten wollen, oder nicht? Es wäre doch hirnrissig, ihr so etwas zu unterstellen, eben. Hei, ich habe natürlich mit den Kindern wirklich schlechte Tage, so what, wer hat die nicht mit dem, was tut. Im Falle einer Betroffenheit wie meiner, drei Kinder, wie erwähnt, kommt so eine Verbindung aus Meinung und Verallgemeinerung etwas unangenehm, weil es ist so blöd, sich für eine Lebensentscheidung immer verteidigen zu müssen, nein: ich fühle mich wegen meiner privaten Entscheidung als Person angegriffen, und das ist einfach ermüdend. So eine metonymische Teil-fürs-Ganze-Verschiebung, eine gefühlt deutsche Lust nach Uniform: einen Aspekt des Menschen erkannt, den ganzen Menschen beurteilt, zack, Zeit gespart.
(Diese hilfreichen Verallgemeinerungen benutze ich natürlich auch sehr gerne, aber eigentlich nur bei Golfern, genau: Golf ist blöd, Golfer sind blöd. Sie sind Rhetorik, hoffe ich zumindest, und mit Rhetorik sollte man aufpassen.)
Und den Konrad fand ich auch gar nicht so schlimm, etwas zu Haarspalterisch vielleicht. Im übrigen würde ich niemals die Gastgeberin, oder die Kaltmamsell, nicht mal Herrn Alphonso, aufgrund derer Kinderlosigkeit beurteilen wollen. Hach, ich liebe dieses Thema.