Leider war ich noch nie in einen Deutschlehrer verliebt.
Doch C.F. Meyer kenne ich durch eine ostpreußische Patentante, die dieses Gedicht auf Hochzeiten vorzulesen pflegt.
Hochzeitslied
Aus der Eltern Macht und Haus
Tritt die zücht’ge Braut heraus
An des Lebens Scheide –
Geh und lieb und leide!
Freigesprochen, unterjocht,
Wie der junge Busen pocht
Im Gewand von Seide –
Geh und lieb und leide!
Frommer Augen helle Lust
Überstrahlt an voller Brust
Blitzendes Geschmeide –
Geh und lieb und leide!
Merke dir’s, du blondes Haar:
Schmerz und Lust Geschwisterpaar,
Unzertrennlich beide –
Geh und lieb und leide!