Viele Jahre sind vergangen…,
dass ich bei und mit obdachlosen Männern meinen Zivildienst verbrachte und dabei mehr über das Leben lernte als in vielen sich anschließenden Studienjahren. Es war in der wunderschönen Stadt Aachen; Obdachlosenzeitschriften gab’s da noch nicht, vielleicht und hoffentlich auch heute nicht. Die obdachlosen Männer waren so vielfältig wie das Leben ist; aber manches war den meisten von ihnen doch gemeinsam: so spielten sie unheimlich gerne mit mir Fußball im Park am Sonntag vormittag; und sie erzählten viel und gern von ihrem Leben, auch wenn es oft vom Scheitern und Mißlingen handelte. Besonders beeindruckt hat mich, dass es oft sehr ehrliche Menschen waren. Viele hätten eher ihr letztes Hemd gegeben, als so schäbig gegenüber anderen Menschen aufzutreten, wie sie es oft am eigenen Leib erfahren hatten. Die meisten dieser Menschen hab‘ ich lieb gewonnen und ich wünsche allen, dass sie sich nie durch das Verkaufen von Obdachlosenzeitschriften den oft abschätzigen Blicken der nach eigener Einschätzung (noch) nicht Gescheiterten aussetzen müssen.