Ja. Und nein. Ja, weil ich das Niveau gewisser Zeitschriften, die mir als Student gratis in die Hand gedrückt wurden, nicht plötzlich altersweise und retrograd so erhöhen würde, dass ich Zeit dafür aufwenden möchte, sie zu lesen – geschweige denn Geld, sie zu kaufen. Nein, weil diese Zeitschriften nun einmal einigen Leuten etwas vermitteln, wozu ihnen sonst niemand eine Chance geben würde. Ich möchte mich nicht selbst als Almosengeber erhöhen und den Verkäufer als Almosenempfänger erniedrigen, ich möchte eigentlich einem Menschen für seine Dienstleistung den Preis zahlen, den er verlangt, weil ich ihm dadurch eine Form von Respekt zollen will.
Das soll aber keinesfalls als Gegenargument zu Ihrem Handlungsaufruf dienen, den ich sehr sympathisch finde.
Was aber Gott betrifft – der, den ich kenne, will weder Almosengeber noch Opfergaben. Der, den ich kenne, schaut ohne Umwege ins Herz des Menschen. Und ist dadurch der unangenehmste Gott, den ein Mensch sich vorstellen kann…