Ach nein, Herr Booldog, Intelligenz hat sich in den letzten Jahrzehnten nur in wenigen rühmlichen Ausnahmen als der Königsweg in die Herzen der Männer erwiesen. Mit Intelligenz bringt man es meistens zu einer wirklich gerngesehenen Freundin, aber sonst schaut es eher mau aus.
Mau sieht es, Frau Kaltmamsell, auch mit meiner Kenntnis dieses Buches aus. Ist es gut? Besser sicher jedenfalls als mit Ihrer Vermutung, Herr Mabel, dies sei ein Versuch des Fishing-for-compliments. Ich finde die Welt diesbezüglich wirklich sehr ungerecht und beneide die schönen Damen mit so ziemlich jeder Faser meiner Existenz. Im Übrige, Herr Wallhallada, werde auch ich natürlich lieber geküsst als gebraten, allerdings halten sich die Interessenten für die eine wie die andere Alternative in sehr überschaubaren Grenzen. Und was nützt mir das noch so amüsante Gerede über die hübsche Rückfront von Herrn C., Frau Creezy, wenn der wiederum nur von anderen Leuten träumt? – Im Übrigen, Frau Walküre, meiner Erfahrung nach selbst dann, wenn der betreffende Mann selber interessant und intelligent ist. Dann wird die betreffende Dame, so sie denn nicht wahnsinnig dumm ist, eben sich eben kurzerhand für klug erklärt, wozu es bekanntlich reicht, recht ruhig und bildschön zu sein. Dann muss man gar nicht mehr viel sprechen. Insofern hat Herr Mabel , fürchte ich recht: das ist Wunschdenken. Wäre es anders, so würde nicht jeder Mann, der von einer „Traumfrau“ erzählt bekommt, sofort an eine Schönheit denken, sondern an eine intelligente, interessante, charmante Person. Tut aber keiner.
Für begehrenswert und göttlich würde ich, Nachtbriefkasten, auch gern einmal gehalten, mich hält man in aller Regel aber eher für einen wirklich feinen Kerl, in den man sich notgedrungen verliebt, wenn man gezwungen ist, die schönen Damen als unerreichbaren Traum endgültig zu begraben (den Traum, nicht die Damen).
Frau Aqua dagegen versteht mich.