Seltsamer Umgang mit Lebensmittel ist aber kein Privileg aelterer Leute. Gerne erinnere ich mich an meine seligen Zivizeiten im Alten – und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt, dort hatte die ebenso resolute wie rothaarige Oberschwester unserer gloreichen Station IIb in den fruehen Herbstagen des Jahres 198x einen Entsafter und einen monstroesen Sack Mohrueben erworben damit „unsere Lieben“ „gut ueber den Winter kommen“ moegen. Nach mehreren Tagen 3 maligen Moehrensaftgebrauches wurde das Murren aus dem allerzeit blankgebonerten Speisesaal unueberhoeber laut, so dass die Beigabe des zwar gesunden aber auf Dauer nicht allzu wohlschmeckenden Saftes eingestellt wurde. Die teuer erworbenen Maschine verblieb allerdings im Stationszimmer stehen – und wurde Opfer meines Interesses. Langer Rede kurzer Sinn – die Kroenung einer langen Kette seltsamer Experimente war die Herstellung von Knaeckebrotsaft – und ihr werdet es nicht glauben – auch aus grossen Mengen von Knaeckebrot (Stichwort: Krankenhauspackung) laesst sich kein Saft herstellen, es staubt furchtbar, aber kein Troepfchen Knaeckebrotsaft wollte sich im Saftauffangbehaelter niederschlagen ….