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In meiner Kindheit ging es mir ja ähnlich. Als Bub schrieb ich Abenteuerkurzgeschichten, mit 15-17 eine ganze Science-Fiction-Romanserie, aber lesen wollte das niemand. Ich fand mich unheimlich kreativ, meine Lehrer sprachen aber von einer „krankhaften Fantasie“. Jugendliche Kreativität fördern war damals noch überhaupt nicht in und wurde eher bekämpft als gefördert. „Das Leben der meisten arbeitenden Menschen allerdings, so mit Haus und Garten, Rasenmäher und Kraftfahrzeug, Konzertabonnement und Klavier spielenden Kindern,“ würde ich als das Leben einer kleinen Elite bezeichnen. Mietwohnung statt Haus und Garten, Videothek statt
Konzertabo und Playstation spielende Kinder statt Klavier dürften die gesellschaftliche Normalität sein. Wobei mir das Eine wie das Andere gänzlich fremd ist. Als Mann ist die Realisierung der geschilderten möglichen Ziele aber nochmal schwerer; millionenschwere Witwen oder Botschafterinnen exotischer Staaten laufen in meiner Welt jedenfalls auch nicht herum, und die Tatsache, dass ich schon mal mit dem ägyptischen Botschafter oder dem jetzigen Bundesumweltminister und damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten zu Abend und diversen Politikern und Vorständen zu Mittag gespeist habe, hat mich dem freistehenden Palais auch nicht näher gebracht. Selbst der Büffetjournalismus führt weder zu Vermögen noch gar zu vermögenden Frauen. Die wenigen Frauen, die sich im, ich sage mal, gedanklichen Umfeld solcher Aspirationen bewegen, sind blondierte Anjatanjas, die mit Nachnamen Kreditcartova heißen. Wenn also jemand eine schöne junge ledige Multimillonärin kennt (gerne mit Schloss), die auf Männer mit universeller Bildung und schrägen Gedanken steht, bitte mal kurz durchrufen. Ansonsten schon mal „Guten Rutsch“ an alle!