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Ein schöner Text, Frau F. Dankeschön. Ich kann das im Übrigen gut verstehen, die Leute haben kein leichtes Leben, und man neigt dazu, über dem Kopfschütteln, wie man sich ein schweres Leben noch schwerer machen kann, zu vergessen, dass die Männer mit dem Frühstücksbier eine eigene Würde besitzen, die schön sein kann, bisweilen. Sicher ist man auch nicht ganz gerecht. Viel von den Verhaltensweisen, die man den Armen übelnimmt, fallen bei anderen Leuten schlicht nicht so auf. So ist es recht unauffällig, wenn die Frau vom Arzt schon vormittags Champagner trinkt. Oder der Unternehmersohn auch mit 40 noch nicht mit Geld umgehen kann und ständig zuhause schnorrt. Man misst da möglicherweise mit zweierlei Maß, weil die eine Erscheinungsform der Lebensuntüchtigkeit halt hübscher ausschaut als die andere.