REPLY:

Das verstehe ich. Aber hat denn jemand verlangt, daß Sie aus Rücksicht umziehen sollen? Es geht doch eher darum, daß auf politischer Ebene etwas für die angestammte Bevölkerung getan werden sollte.

Jemand, der hinzuzieht (das betrifft Sie ja nun gar nicht, die sie schon zehn Jahre da wohnen, aber das ist die Richtung, in die Kritik an der Aufwertung geht), hat „nur“ das Problem, ein schönes Viertel zu finden. Jemand der wegziehen muß, hat zusätzlich noch das Problem, neue Schulen/Kindergärten zu finden, die Kinder müssen sich umgewöhnen/Trennungen von Freunden hinnehmen, die Eltern womöglich erheblich längere Arbeitswege in Kauf nehmen etc.

Verstehen Sie nicht, daß das gravierendere Probleme sind und daß deswegen die Forderung an die Politik, etwas für die vorhandene Bevölkerung zu tun, ihre Berechtigung haben könnte?

Hinzu kommen die Probleme, die entstehen, wenn die Bevölkerung — so wie in Prenzlauer Berg, Mitte und Teilen Friedrichshains nach der Wende geschehen, komplett ausgetauscht wird (die Auswirkungen der sehr homogenen Altersstruktur wird man vermutlich erst in 30-40 Jahren bewundern können).

Dumm ist es nur, wenn sich diese berechtigte Forderung anstatt an die Politik an die Zugezogenen richtet. Die können nämlich auch nichts dafür und verhalten sich nur marktkonform.