Sie haben meine volle Zustimmung. Mich stört bei diesem Thema ganz gewaltig, dass da getan wird, als hätten die Eltern nicht freiwillig entscheiden können, Kinder in die Welt zu setzen, sondern wären ausweglos irgendwo im 19. Jahrhundert mit all seinen Konventionen und gesellschaftlichen Erwartungen steckengeblieben. Wer heute in Mitteleuropa Kinder bekommt, kann mit wenigen Ausnahmen frei entscheiden, ob er das will oder nicht. Wenn er das Gefühl hat, mit einem Kind dauerhaft überfordert zu sein oder andere Prioritäten leben will, soll er Elternschaft sein lassen, und zwar im Interesse des ungeborenen Kindes, denn jedes ungeliebte Kind ist ein unglücklicher Mensch zuviel.
Geistig erwachsen sein bedeutet in der Lage zu sein, sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden und danach zu entscheiden; wer angesichts des eigenen Kindes voller Selbstmitleid aufjault, ist nicht erwachsen und wird vermutlich nie erfahren, welche Bereicherung Kinder sein können.
(Ja, ich bin bei diesem Thema kompromisslos. Man kann nicht „ein bisschen schwanger“ sein, und „ein bisschen Eltern sein, aber nur dort, wos nicht wehtut“ geht genausowenig.)