Die B. wird offensiv (Anfang Juli, Teil 3)

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass wer A sage, auch B sagen müsse. Tatsächlich kann, wer einmal A gesagt hat, natürlich auch einfach G sagen oder Z, oder etwas ganz anderes, also etwa „ich finde, du solltest jetzt einfach nach Hause gehen.“. Sehr populär ist das allerdings nicht.

Der Adressat dieser Äußerung reagierte daher auch etwas verstimmt. Eigentlich reagierte er sogar ziemlich angesäuert, und was er der B. so ganz genau erwiderte über vertane Zeit und die Natur der Frauen im Allgemeinen, darf daher an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden. Nach einigem Hin und Her jedenfalls zog er ab.

Offenbar hatte er sich den Ausklang des Abends anders vorgestellt. Beim Kennenlernen offensive Damen, so scheint es, wecken bei manchen Herren Angstgefühle, bei anderen aber den Glauben, die restliche Bekanntschaft werde nicht minder forsch verlaufen, und insbesondere hinsichtlich des Zeithorizonts scheint die Offensive der B. außergewöhnliche Erwartungen geweckt zu haben, die trotz des abrupten Endes des gemütlichen Beisammenseins auch am nächsten Tage fortgewirkt haben müssen, denn bereits gegen zehn Uhr morgens klingelte das Telephon.

Man habe – so der wieder besänftigte Anrufer – am Vorabend vielleicht etwas vorschnell die weitere Bekanntschaft abgebrochen. So nette Menschen träfe man ja nicht jeden Tag. Falls die B. beleidigt sei – nun, dann könne er auch nichts dagegen tun. Wenn sie indes an einer Fortsetzung der Bekanntschaft interessiert sei, so möge sie einfach anrufen.

Für einfach nur reden oder so sei der Anrufer indes zu alt.

9 Gedanken zu „Die B. wird offensiv (Anfang Juli, Teil 3)

  1. REPLY:

    Das genau ist, pardon, der fatale Irrtum. Irgendwann ist man(n) für einfach nur reden zu alt, weil man(n) dann so alt ist, dass außer einfach nur reden nichts mehr läuft…

  2. nun, die b. tut gut daran, nicht gleich mit jedem deppen in die kiste zu springen. für kindereien wie one-night-stand und teilzeiterotik ist sich noch jede schöne frau eimal zu schade gewesen. mir scheint, man kann sich der geschilderten bekannschaft aber auf sehr einfache weise wieder entledigen, indem man das angebot des arguments wahrnimmt und sagt: bedaure – ich bin leider zu jung für sie.

  3. da ich selbst zur offensiven sorte gehöre, kann ich das leider nur bestätigen… ich weiss nicht, was da in männerköpfen so vor sich geht, dass sie meinen, man sei direkt zu allem bereit, nur weil man sich traut, sie zu einem drink einzuladen. merke: mutig ungleich leicht zu haben! schreibts euch hinter die ohren, männer!

  4. Irgendwo las ich im „Wer bin ich“-Feld: Ich bin zu alt für Spiele und zu jung um wunschlos zu sein.

    Ich verstehe die Haltung, aus der Sprüche wie die o.g. entspringen. Es ist so „Jetzt soll endlich mal irgendwas passieren“. Auf der andern Seite finde ich, dass genau diese Haltung „killing“ ist für eine entstehende Beziehung. Wie soll ich dieses „Nur zum Reden bin ich zu alt“ denn verstehen? Also mindestens ficken sollte schon drin sein? Ein Abend gutes Gespräch ist unterm Strich nicht rentabel? Da hat sich „der Aufwand nicht gelohnt“? Hmmmmmmmmmmmmmmmm…

    Hat es damit zu tun dass Menschen die sich so äussern zu wenig Zeit haben so dass alles möglichst effizient ablaufen muss? Die beste Beziehung die ich je hatte und die mehrere Jahre gehalten hat, hat mit Abende und Nächte langem Reden begonnen.

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