Im Kino

Ich gehe ja nicht so oft ins Kino. Dabei laufe ich keine fünf Minuten zum nächsten, sehr schönen Kino, das dazu noch ein wirklich gutes Programm hat. Es hat also etwas mit mir zu tun, nicht mit den Umständen, die in meinem Fall eben keine widrigen sind. Wenn Berlinale ist, muss ich aber ins Kino, denn wenn ich sogar dann zuhause bliebe, kann ich eigentlich auch gleich in die Uckermark ziehen und vom Sofa aus den Kühen beim Grasen zuschauen.

Leider sehe ich quasi nie aufregende Premieren mit Prominenten oder so, weil mir niemand Karten schickt und ich es nicht schaffe, um Punkt 10.00 Uhr, wenn der Vorverkauf beginnt, Karten zu kaufen. Ich gehe also dahin, wo ich Karten bekomme und schaue mir Filme an, die dann auch gern einmal von dem Leben in einer japanischen Nervenklinik handeln oder von dem Coming Out eines mongolischen Hirten. Dieses Jahr habe ich im Berlinaleprogramm nur zwei Filme gesehen.

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Soul war sehr toll. Wie Sie, meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, wissen, esse ich wahnsinnig gern. Ich mag alle Foodblogs, sogar die ohne Fleisch, und wenn es nach mir geht, photographiert jeder von Ihnen immerzu alles, was er isst, und postet es auf Facebook. Natürlich mag ich auch die Sektion „Kulinarisches Kino“, in dem immer irgendwie um Essen geht, in diesem Film um zwei Dreisterneköche, den jungen Basken Eneko Atxa und den alten Sushimeister Jiro Ono. Auf den ersten Blick unterscheiden sich beide in so gut wie allen Punkten, die einem überhaupt einfallen. Auf den zweiten eint beide eine Ernsthaftigkeit im Umgang mit Essen, eine Haltung, die sehr schön ist, sehr würdevoll, wie immer, wenn man Menschen bei der Arbeit beobachten darf, die ihre Arbeit lieben. IMG_3747

Der zweite Film „Joaquim“ war nichts. Nachdem ich vor ein paar Wochen in Jarmuschs „Paterson“ ziemlich lange gebraucht habe, um mich aus meinem ziemlich rasanten Alltag so zu verlangsamen, dass ein langsamer Film mich nicht nervös macht, habe ich alle langsamen Filme ausgeschlossen und einen Film über einen brasilianischen Freiheitskämpfer ausgesucht. Revolutionäre sind ja oft sehr unterhaltsam, wenn man die Revolution nicht gerade mitmachen muss, und außerdem mag ich Kostümfilme.

Dieser Film war allerdings so öde, dass ich mich immer noch frage, wie es dem Regisseur gelungen ist, einen zahnausreißenden Offizier, Goldsucher und Liebhaber so langweilig zu porträtieren wie eine schlafende Stubenfliege. Gott, es war die schiere Ödnis, und nach einer Stunde verließen der J. und ich das Kino, um für unsere 12 EUR Babysitterstundenlohn andernorts mehr Spaß zu haben. Wir waren dann erst essen und dann Bier trinken in einem dieser neuen Craft Beer Brauhäuser, die irre viele Biere on tap vorhalten, deren Phantasiebezeichnungen sich keiner merken kann.

Nicht Teil der Berlinale, aber am allerbesten war allerdings der dritte Film: The Salesman, den ich vermutlich nicht beschreiben brauche, weil ihn jeder gesehen hat wegen der vielen Preise und Nominierungen, die, ich schwöre es, jede einzelne hoch verdient sind, weil dieser Film so dicht ist, so klug, so filigran und gleichzeitig so selbstverständlich daherkommt, in einem Zuge von einem Überfall handelt, und von der Frage, wer ihn begangen hat, und welche Rache am Täter geübt werden darf. Von einem Paar, das dadurch in eine Krise gerät. Von einer morschen Gesellschaft, von brüchigen Werten, von einer maroden Stadt, und trotzdem den Optimismus hinterlässt, dass es vielleicht doch Bewegung in kleinen Schritten, Barmherzigkeit und Liebe geben kann, auch wenn jede einzelne Person in ihrem Referenzrahmen gefangen ist wie in einem rostigen, aber unüberwindbaren Käfig.

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Mit Ärger infiziert

Der F. ist ein Sonnenschein. Normalerweise. Von 16 Wachstunden pro Tag strahlt der F. ungefähr 10, und während der restlichen Zeit hat er meistens etwas im Mund. Er interessiert sich für eigentlich alles und spricht übergangslos euphorisch über das Schmerzempfinden von Robotern, die Kleidung von Superhelden und das Innere von Kamelhöckern. Ansonsten ist er seit kurzem fünf, normal groß, normal schwer, normal begabt und normal sensibel, was das Zusammenleben mit ihm sehr erleichtert. Infolge einer seltsamen Spontanmutation ist er sehr ordentlich und räumt regelmäßig auf.

Am letzten Sonntag aber war alles anders. Wir sitzen also, es ist kurz nach eins, im NENI am  Ku’damm und essen wirklich, wirklich viel. Es soll Leute geben, die das Essen im NENI langweilig finden, aber ich bin kaum irgendwo in Berlin so gut gelaunt wie hier. Es gibt israelisches Essen im obersten Stockwerk des 25HourHotels, vorm Hotel ist der Ku’damm, hinter dem Hotel kann man in den Zoo und weit über die ganze Stadt bis zur Siegessäule schauen. Es ist kein feines Restaurant, geradezu das Gegenteil von Hochküche, deswegen vermutlich laufen unsagbar viele Kinder herum.

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Der F. jedoch mault. Er isst auch kaum etwas, obwohl wir die unter dem Namen Balagan verkaufte bunte Mischung von allem Möglichen bestellt haben und er eigentlich immer zumindest Fisch, Gurken, Falafel und Hummus liebt. Heute ist ihm nichts recht. Es ist zu hell, der Hummus sieht zu gelb aus, und irgendwann fängt er an zu meutern. Die Gedächtniskirche. Immerzu müsse er an den Krieg denken, der blöde Krieg. Die Kirche hätten sie abreißen müssen. Beim nächsten Mal will er woanders sitzen, denn so schmeckt ihm das hier nicht. Schließlich rückt er den Stuhl herum. Er nervt ein bisschen, aber immerhin: Das Denkmal funktioniert.

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Beim F. allerdings funktioniert gerade nicht so viel. Im Aquarium hält er zwar gut durch. Zuhause allerdings wird wieder genörgelt. Der J. und ich schauen uns erstaunt an: Dass der F. nicht in die Kita will, kommt so gut wie nie vor. Er proklamiert auch sonst nicht, dass er genug davon habe, dass immer die Erzieherinnen bestimmen. Dass in der Vorschule ein bestimmtes Kind nerve, weil es bei der Unterweisung in die Kunst des Uhrenablesens nicht zuhören und keine vollen und halben Stunden sagen würde, so dass die Erzieherinnen immer dasselbe wochenlang wiederholen. Dass die Kinder einer anderen Gruppe, die mit seiner Gruppe gemeinsam vorgelesen bekommen, Kackwürste seien, weil sie seine liebevoll aufgebaute Megacity zerstört hätten, und dass der kleine N. nicht mehr sein Freund sei, weil er beim gemeinsamen Bauen mit Legosteinen regelwidrig rote und blaue Steine mische. Außerdem beklagt er sich über Kinder, die schreien, und den Umstand, dass in der in der Kita gern servierten Eiersauce zu wenige Eierstücke schwimmen, die auch nicht gleich groß seien.

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Am Montag schnappt der F. dann endgültig über. Der von mir gemalte Drache hat einen zu dicken Schwanz. Die Aufkleber auf den Stühlen in der Kita sind nicht parallel angebracht. Es ist – der F. betritt gerade das Reich der zweistelligen Zahlen – eine Schweinerei, dass es zwar drei-und-drei-ßig, aber nicht ein-und-zwei-zig heißt. Eine solche irreführende Inkonsequenz ist nämlich omfair zu Kindern. Am Dienstag schließlich eskaliert der F. beim von ihm an sich sehr geschätzten Klavierspiel und will auf keinen Fall das Schmetterlingslied zur mitgelieferten CD spielen. Als er beim Essen nur trockenen Reis isst und seine Creme Caramel mir schenken will, werde ich hellhörig.

Und tatsächlich: 38,7° C.

Ich atme auf. Die Wesensveränderung ist nur temporär. Ich koche ein Huhn aus, bereite Pfefferminztee zu und bin zuversichtlich: Am Wochenende allerspätestens ist der F. hoffentlich wieder ganz der Alte.

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Von schlechten Eltern

Dreijährige Kinder der Mittelschicht haben einen dreimal größeren Wortschatz als Kinder der Unterschicht, behauptet Wikipedia. Arme Kinder sind schon im Vorschulalter im Durchschnitt auch dicker, weniger gesund und können sich nicht so gut konzentrieren. Die Chance, dass sie eines Tages Senatsvorsitzende am Bundesgerichtshof sein werden, Ingenieur im Wasserwerk oder auch nur Bankangestellter sind deswegen schon mit drei viel schlechter als die anderer Kinder. Das ist ein seit Jahren bekannter und beklagter Skandal.

Dass die politische Rechte nichts für die Kinder armer Leute unternimmt, wundert nun keinen. Parteien dienen – das ist ja auch nicht illegitim – der Durchsetzung von Klientelinteressen, und arme Familien gehören nicht zum Klientel konservativer Parteien. Auf der Linken sieht das anders aus. Sowohl linke Parteien als auch Verbände, linke Journalisten, das, was man so die Zivilgesellschaft nennt, erhebt einen ganzen Strauß an Forderungen. Die meisten finde ich logisch und richtig. Ganztagsschulen etwa, in denen das, was die Eltern nicht leisten, durch eine gute Nachmittagsbetreuung aufgefangen wird. Gut ausgestattete Kitas für alle ab dem ersten Geburtstag und attraktive Freizeitmöglichkeiten, die nichts kosten.

Mit diesen Forderungen, dass doch der Staat endlich etwas für arme Kinder unternehmen soll, ist allerdings fast immer eine Forderung verbunden, die ich erstaunlich finde: Man dürfe auf keinen Fall, also absolut nicht, die Eltern verantwortlich machen. In der Wahrnehmung der Linken scheinen die Eltern mit der Misere nichts zu tun zu haben. Offenbar sieht man da die Verantwortung für die unzureichende Situation allein beim Staat, bei der Gesellschaft, fiesen Pfeffersäcken, gemeinen Lehrern, bei wem auch immer, aber wer auch nur einen Löffel Verantwortung bei den Eltern sieht, gilt als böse. Oder, wie man in diesen Kreisen sagt: als neoliberal.

Nun verstehe ich, dass man zu ohnehin auf dem Boden Liegenden freundlich sein will. Aber sind Eltern nicht immer und unter allen Umständen ihren Kindern verpflichtet? Und ist nicht auch der ärmste Kerl, die ärmste Frau in Hinblick auf die eigenen Kinder nicht immer auch Täter statt Opfer? Wenn die Ursache für die schlechtere Sprachentwicklung von Kindern mangelnde Ansprache ist, dann muss doch nicht die Gesellschaft mehr mit dem Kind sprechen, sondern die eigenen Eltern. Wenn es allgemein bekannt ist, dass Vorlesen den Bildungserfolg fördert und ein eigener Fernseher ihn hemmt: Dann steht in jeder Gemeinde eine meist nahezu gratis zu nutzende Bücherei, und niemand zwingt Leute, einen Fernseher zu besitzen oder gar den Kindern ein solches Gerät ins Kinderzimmer zu stellen. Ich verstehe, wie schade es ist, wenn man nicht reisen kann. Aber viele Dinge, die eine glückliche Kindheit ausmachen, sind nahezu kostenlos. Brot backen zum Beispiel. Spazierengehen und sich Geschichten über alle Leute ausdenken, die man sieht. Und über alle Häuser. Wer in Berlin kein Geld hat, darf übrigens für sehr wenig Geld in Museen, und selbst wenn es Mutter und Vater selbst wenig interessiert, sollte es doch reichen, dass die Kinder Mumien und Gemälde vielleicht spannend finden.

Es kostet auch nichts außer ein bisschen Überwindung, seinen Kindern zu vermitteln, dass sie alle Chancen haben, auch wenn Mutter und Vater ihre nicht gut genutzt haben. Manieren. Eine Blockflöte kostet übrigens keine 20 €, und bei youtube kann man sich gemeinsam mit seinen Kindern erschließen, wie man sie spielt. Mein Sohn liebt übrigens mehr als nahezu jede kostenpflichtige Beschäftigung die Abende, an denen ich mit ihm am Tisch sitze und mit einem Kugelschreiber lustige, ziemlich läppische Geschichten illustriere, die ich mir ausdenke. Niemand hindert auch eine arme Mutter, jeden Tag über die Schule zu sprechen, zu fordern, zu loben, aber auch zu tadeln und einem Kind zu verdeutlichen, wie wichtig es für die Eltern ist, dass der Übertritt aufs Gymnasium geschafft wird, wie entscheidend jede Nachkommastelle beim Abitur. Es ist sicher nicht leicht, Würde auszustrahlen, wenn es einem nicht gut geht. Aber wenn es um das eigene Kind und seine Vorstellungen von Normalität geht, sollte man vielleicht doch jeden Tag morgens aufstehen. Aufräumen. Haltung bewahren und behaupten, man liebe Spieleabende und Linsensuppe und gehe eigentlich gar nicht gern aus.

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Es mag Menschen geben, die all das beherzigen, und ihre Kinder entwickeln sich trotzdem nicht so gut wie Angehörige weniger bedrängter Vergleichsgruppen. Es gibt gesellschaftliche Diskriminierung und das ist eine Schande. Die Statistik spricht aber dafür, dass viele Eltern von den Handlungsalternativen, die ihnen bleiben, oft nicht die besseren wählen. Warum diese Wahl ad malum den Eltern nicht vorwerfbar sein soll, hat mir noch kein Linker erklären können. Wieso diese offenbar entscheidenden Weichenstellungen anders ausfallen sollten, wenn dieselben Eltern mehr Geld bekommen, verstehe ich auch nicht. Leute sprechen doch nicht auf einmal mehr mit ihren Kindern, gehen Sonntags mit ihnen wandern und werfen den Fernseher weg, weil sie pro Kind mehr Geld bekommen? Es mag sein, dass sie sich mehr entspannen und ihr Leben mehr genießen, vielleicht reicht das schon als Rechtfertigung für diese Erhöhung der Staatsausgaben. Aber vielleicht macht man es sich auch zu bequem, wenn man den anonymen Staat und nicht die ganz und gar nicht anonymen Eltern der Misere beschuldigt. Vielleicht fördert man sogar eine Haltung mancher Eltern, Hilfe nur von außen zu erwarten. Vielleicht ist die Verantwortungsfrage am Ende auch nur halb so wichtig, weil wir nicht daran vorbeikommen, in Kitas, Schulen, Vereine, Lesepatenschaften, Kinderbauernhöfe und Sommercamps zu investieren. Aber geärgert habe ich mich über diesen Text von Julia Friedrichs über Kinderarmut doch. Sehr. Sehr.

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Der beste Spam der Welt

Tag für Tag klicke ich die Spamkommentare weg, mit der hier erkennbar unseriöse Geschäftsleute um Kunden werben, um Sie, meine sehr geehrten Leserinnen und Leser, vor schlechten Geschäften und schlechten Empfindungen gleichermaßen zu bewahren, doch heute, heute nachmittag sozusagen, hat dann doch ein Spammer den Vogel abgeschossen. Einen riesengroßen Vogel. Den Vogel überhaupt. Es ist ein Brustvogel:

„Natürlich umging ich mich mit allen Mädchen nicht, die diese Creme benutzten. Bis sich unter meinen Bekannten von keiner befunden hat, wer sich über das Mittel Bust Size schlecht geäußert hätte. Es ist wichtig, zu verstehen, dass diese Creme für die Frauen vorbestimmt ist, die träumen, das Äußere zu ändern, aber wollen sich auf die plastische Operation nicht legen. Jede versteht, dass die Implantation der Brust es, aufwendig krank ist, und es ist nicht bekannt, wie sich die Implantate in der Zukunft führen werden. 

Alle Mädchen wollen die Mütter werden und ohne Probleme füttert das Kind von der Brust. Es ist ganz offenbar, dass man nach der Plastik der Brust die natürliche Ernährung des Kindes von der Milch vergessen kann. Die Creme Bust Size für die Titten hat solchen verderblichen Einfluss auf milch dem Eisen, wie die Operation nicht. Er ist überhaupt unschädlich, da die Zonen der Größe der Brust, nicht außerdem fördert.“

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Mit dem Pfeil, dem Bogen

„Ich gehe zum Fasching als Indianer. Mit Pfeil und Bogen.“

„Geht es auch ohne Pfeil und Bogen? Das finden deine Erzieherinnen bestimmt nicht so toll.“

„Die Erzieherinnen sind meine Feinde.“

„Auch R. und M.? Das kann ich mir nicht vorstellen.“

„Nein. Nur I. Das ist meine Feindin. Die sperre ich ein und schieße sie mit Pfeil und Bogen. Nur wegen der musste ich auf der Bank sitzen.“

Die Bank, auf die jugendliche Missetäter gesetzt werden, um nachzudenken, ist das Hauptdisziplinierungsmittel in F.’s Kita.

„Was hast du denn angestellt?“

„Ich habe J. geärgert. Alle meine Freunde haben gelacht.“

„Dann hast du zu recht auf der Bank gesessen.“

„Nein. I. ist meine Feindin. Ich habe mir auf der Bank ausgedacht, dass ich sie mit Pfeil und Bogen abschieße. Zum Fasching. Weil man da Kostüme anhaben kann. Mit echten Waffen.“

„Wieso hast du denn J. geärgert? Wart ihr heute im Garten?“

„Nein. Nicht heute. Mama! LETZTES JAHR!.“

Oha. Erstens scheint die Verbannung auf die Bank in zumindest einigen Fällen ihren Sinn zu verfehlen. Zweitens ist der F. noch deutlich nachtragender, als mir so klar war. Ich hoffe, ich habe beim F. keine geheimen Schulden.

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No Fashion. No Style

Schönheit, sagt man, liege immer im Auge des Betrachters, aber das ist natürlich Quatsch. Bisher sind alle Bemühungen, das Schönfinden einfach aller Leute durch öffentliche Proklamationen irgendwie zu fördern, ziemlich folgenlos verhallt. Auf der Fashion Week laufen jedenfalls immer noch sehr dünne, sehr junge Osteuropäerinnen über die Laufstege, und der einzige Trost als mittelalte, mitteldicke Frau ist es eigentlich, dass man die feilgebotenen Sachen auch gar nicht haben will, weil man die weder in Gegenwart seiner Kollegen noch in der kleiner Kinder tragen kann. Kleidung für andere Gelegenheiten brauche ich quasi nicht.

Leider enthebt einen dies nicht der Notwendigkeit, überhaupt Kleidung zu kaufen. Zum einen ist hierzulande ziemlich kalt. Zum anderen ist es unüblich, nichts oder immer nur dasselbe zu tragen. Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, beruflich einfach immer ein blaues Kleid mit blauem Blazer und privat Jeans und Streifenshirts zu tragen, aber die Leute würden mich für exzentrisch halten, und das wäre mir nun auch wieder nicht recht.

Nun kann man nicht einmal sagen, dass ich es nicht schaffen würde, mir etwas zu kaufen. Im Onlineshoppingzeitalter ist das ja alles nicht so schwer, da reichen 20 Minuten an einem Sonntagabend. Oder ich raffe mich auf und gehe ins Lafayette. Ich habe jetzt auch keine so komplizierte Figur. Ich kann mich nur nicht überwinden, denn ich interessiere mich für kaum etwas weniger als für Mode. Ich kann mich auch nicht anziehen, bei mir hat alles irgendwelche komische Flecken, mein Strumpfhosen haben Laufmaschen, und wenn sonst nichts ist, platzt eine Naht.

Sehr beneidet habe ich schon vor geraume Zeit Männer um die Möglichkeit, bei so einem Onlineshop mit Sitz in der Berliner Torstraße ganze Outfits zu beziehen, die die aussuchen und einem schicken. So etwas möchte ich auch. Ich habe also am Wochenende bei Zalon den Fragebogen ausgefüllt und warte auf die Lösung aller meiner Kleidungsprobleme.

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Falsche Pferde

Ganz früher muss es traumhaft gewesen sein. Zumindest, wenn man der F. glaubt. Ganz früher gab es ein großes, weißes Haus am Stadtrand von Frankfurt. Einen Pool. Einen Vater, der von einem Wagen mit Fahrer abgeholt wurde, wenn er ins Büro fuhr, und eine Mutter, die viel lachte und sehr schön war. Zumindest für einen der Elternteile war es aber offenbar weniger traumhaft, denn 1984 trennten sich die Eltern. Die Mutter der F. behielt das Haus noch zwei Jahre. Dann wurde es verkauft. Sie kaufte sich eine kleinere Wohnung in Wiesbaden, denn in der kleinen Stadtrandgemeinde fiel man als geschiedene Frau aus allen Freundschaften heraus und wurde nicht mehr eingeladen. Die F. und ihr Bruder verbrachten jedes zweite Wochenende beim Vater und fuhren zweimal im Jahr mit ihm in Urlaub. Als die F auszog, begann die Mutter, ehrenamtlich behinderte Kinder zu unterstützen.

Nie hat sich die F. gefragt, wovon ihre Mutter eigentlich all die Jahre gelebt hat. Inzwischen weiß sie, dass die Mutter aus dem Hausverkauf genug Geld für ihre neue Wohnung bekommen hat, eine ganz ordentliche Rente, die ihrem Exmann von seiner Rente abgezogen wird, und laufenden Unterhalt über Jahrzehnte. Außerdem hat sie irgendwann noch einmal geerbt.

Als die F. vor ein paar Jahren geheiratet hat, gab es kein weißes Haus. Aber eine große Wohnung in Mitte, die allerdings nur gemietet war. Zwar keinen Pool, auch keinen Fahrer, aber ihr Mann gehört zu den wenigen Leuten, die in seinem Unternehmen auch heute noch Business fliegen dürfen, wenn sie irgendwohin fahren. Zwei Kinder.

Leider ging es auch mit der F. und ihrem Mann nicht ewig gut. Inzwischen hat er eine neue, große Wohnung, diesmal gekauft. Da lebt er mit seiner neuen Freundin. Irgendwann, als alle auf einem 40. Geburtstag ziemlich betrunken waren, hat die F. zumindest ein paar Freundinnen verraten, dass ihr Mann ihr vorgeworfen hatte, sie sei eigentlich tot und nur noch eine Funktion ihrer Kinder.

Sie lebt aber noch, deswegen braucht sie Geld. Leider verdient sie als freie Journalistin mit sehr gelegentlichen Aufträgen zu wenig für eine Wohnung in ihrem alten Kiez. Sie ist nach Moabit gezogen und wohnt dort auf 60 Quadratmetern. Unterhalt gab es einige Jahre für die Kinder. Jetzt ist ihr Sohn aber zu ihrem Exmann gezogen. Man darf die F. nicht nach Hintergründen fragen, denn sie fühlt sich von ihrem Sohn quasi verlassen und betrogen, obwohl sie weiß, dass das nicht so ist und man so etwas auch nicht denken sollte. Manchmal hat die F. Angst davor, dass auch ihre Tochter zu ihrem Exmann zieht.

Unterhalt für sich hat die F. nie bezogen. Wenn jetzt auch noch der Unterhalt für die Tochter wegfiele, würde es gar nicht mehr reichen. Vielleicht geht die F. dann zum Amt. Vielleicht zieht sie zu ihrer Mutter. Wahrscheinlich sieht sie ihre Kinder dann nur noch sehr selten, weil die Kinder ohnehin in ein Alter kommen, in dem sie weniger Kontakt suchen, als den Eltern lieb ist. Vermutlich lockern sich die freundschaftlichen Beziehungen zu ihren Berliner Freundinnen, wenn sie erst mal in Wiesbaden sitzt. Ich nehme an, sie erbt irgendwann die Wohnung ihrer Mutter. Dann wird sie dort alt werden. Spätestens, wenn sie Rentnerin wird und nicht mehr schreiben kann, wird sie auf Sozialleistungen angewiesen sein, oder ihre Kinder müssen für sie aufkommen. Ich weiß, dass sie sich davor fürchtet.

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Schau dich nicht um

Schau dich nicht um, sagt der Engel zu Lots Weib, denn wer sich umschaut, ist verdammt dazu, den Rest aller Tage seine Trümmer anzuschauen, und darauf zu warten, dass die Säulen sich erneut aus dem Staub erheben und aus den Splittern Dächer wachsen. Jeden Tag wartest du vergebens.

Ich habe im letzten Jahr so viele Gewissheiten verloren. Ich dachte immer, am Ende gehe doch alles gut aus, aber inzwischen habe ich morgens Angst, Spiegel Online zu öffnen und fürchte mich vor Wahlen. Inzwischen halte ich alles für möglich. Die Atempause, das Goldene Zeitalter, unsere Pax Augusta, geht ihrem Ende zu.

Ich habe im letzten Jahr an drei Gräbern gestanden. Tote Sänger interessieren mich nicht, aber ich habe Angst vor den Verlusten, die in den nächsten Jahren anstehen. Ich bin 40, die Elterngeneration wird alt und die Gleichaltrigen sind nicht mehr so gesund wie früher. Gebe Gott, dass es nie eins der Kinder trifft, aber vor mir liegen wahrscheinlich mehr Beerdigungen als Hochzeiten. Mein Leben und das meiner Freunde hat in den allermeisten Fällen vermutlich seine Endausbaustufe erreicht. Für romantische Komödien sind wir zu alt. Unsere Erfolge sind eingetreten oder kommen nicht mehr. Die meisten Überraschungen werden unangenehm ausfallen.

Ich erwarte in den nächsten zwölf Monaten wenig. Ich hoffe, Europa bekommt die Kurve. Ich hoffe, die, die ich liebe, bleiben gesund bei mir. Ich hoffe, ich gehe morgens gern zur Arbeit. Ich wünsche mir Wärme, Freundschaft. Liebe. Gutes Essen. Musik. Ich will nicht nach hinten schauen. Ich will nicht erstarren.

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Weihnachten im Hotel

Irgendwann, wir waren ziemlich jung, hörten wir Weihnachten auf, nach Hause zu fahren. Wir feierten Heiligabend im Kaffee Burger, tranken zu viel, kauften uns wahnsinnig viel wahnsinnig gutes Essen und aßen das teilweise allein, teilweise mit Freunden und gingen ins Theater. Wer was von uns wollte, musste herkommen, aber dabei möglichst nicht stören. Weihnachten war sehr erholsam damals. Manchmal blieben wir einfach ganze Tage im Bett und tranken Champagner.

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Wer Kinder hat, weiß: Mit Kindern ist das kein Konzept. Kinder wollen geschmückte Bäume, Trubel, Weihnachtsmänner, riesige goldene Schleifen überall und gemeinsam geschmetterte Weihnachtslieder. In ungefähr zehn bis zwölf Jahren darf der heute vierjährige F. das alles doof finden und anfangen, Weihnachten auswärts auf die Pauke zu hauen, aber es ist quasi ein Naturgesetz, dass man seinen Kinder Konventionen schuldet, damit die später irgendwas zum Rebellieren haben. Einen Haken hat die Sache allerdings. Ein konventionelles Weihnachten ist sehr, sehr aufwändig. Man muss Massen an Lebensmitteln einkaufen und Mahlzeiten planen, man muss einen Weihnachtsmann bestellen, alles dekorieren, einen Baum erwerben und aufstellen, schmücken, Plätzchen und Stollen backen, Gänse braten und Rotkohl schmoren, Knödel drehen, im Internet nachschauen, wann der Kindergottesdienst stattfindet und diesen besuchen, ohne genervt aufs Handy zu schauen, und während der Weihnachtsfeiertage andauernd aufräumen, weil man so viel zu Hause ist, dass alle in der Wohnung befindlichen Gegenstände in regelmäßigen, circa zehnminütigen Abständen den Aufenthaltsort wechseln, um insbesondere den Fußboden alsbald gleichmäßig zu bedecken.

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Wenn aber Heiligabend auf einen Samstag fällt, kein Urlaub mehr genommen werden kann und die Versuchung, stundenlang bewegungslos auf dem Sofa zu liegen, von Tag zu Tag ohnehin unkontrolliert wächst, ist ein heimisches Weihnachten keine Alternative. Bei unseren Eltern ist es auch zu anstrengend. Man muss also raus.

Man fühlt sich schon großartig, wenn man im Internet die Weihnachtsarrangements der Hotels scannt. Es fühlt sich so ein bisschen an wie Schule schwänzen: Man müsste eigentlich aktiv werden, statt dessen lehnt man sich in den Kissen zurück und döst noch zwei Stunden. Anders als bei Menschen, die irgendwann nicht mehr duschen und Rechnungen nicht mehr öffnen, läuft man aber nicht Gefahr, dass das eigene Kind in zwanzig Jahren eine Weihnachtsneurose entwickelt, weil es bei der Geburt Christi von prekären Zwangsvorstellungen von kalten Ravioli aus der Dose überfallen wird. Weihnachten im Hotel ist perfekt: Es ist alles da. Aber man muss sich nicht selbst darum kümmern.

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Während es bei Reisen zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt auch ein unkompliziertes Hotel tut, sollte ein Weihnachtshotel so bequem wie möglich sein. Zum einen ist es Weihnachten oft kalt und man selbst nicht so arg dolle draußen. Zum anderen dekorieren bequeme Hotels besser. Optimal bietet das Hotel der Wahl ein Weihnachtsessen an, abends kommt ein Weihnachtsmann, und wenn es sehr gut läuft, sind viele andere Familien da, die auch den häuslichen Weihnachtsanstrengungen entkommen wollen, dann haben die eigenen Kinder immer jemanden zum Spielen. Man selbst sitzt sehr zufrieden auf ausgesprochen bequemen Polstermöbeln, unterhält sich ein bisschen nach rechts und links, und ab und zu reicht einem jemand ein volles Glas oder etwas zu Essen.

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Es war toll. Ein voller Erfolg. Das mache ich wieder.

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Kleine Selbstbefragung zu Weihnachten

Dann sitzen Sie also so da, circa vier bis fünf Kinder toben durch die Wohnung, die Gastgeberin verteilt Tee und Kekse, und irgendwann kommt die Rede auf Geschenke, also Spielzeug, und die Mütter und Väter zählen auf, was der Weihnachtsmann (wir sind im heidnischen und deswegen christkindlosen Berlin) nächste Woche den guten Kindern alles bringt. Ein Schminkkopf wird genannt. Eine Kinderkaffeemaschine. Ganz viel Lego. Viel Playmobil. Eine Babypuppe. Auf einmal fällt Ihnen auf, dass das Mädchenspielzeug fast ausnahmslos für das Nachspielen privater Situationen bestimmt ist. Wie das Puppenhaus. Oder der Ministaubsauger. Das Spielzeug für die Jungen bildet dagegen berufliche Situationen ab. Die Feuerwehr, die Müllabfuhr. Sogar der Superheld rettet ja sozusagen beruflich. Zuhause schauen Sie sich den Legokatalog an, den der F. kürzlich mit nach Hause gebracht hat. Tatsächlich sieht man in den Spielwelten für kleine Jungen Männchen, die arbeiten. Sie sind Zugführer oder galaktischer Soldat. Und Frauenfiguren, die als Fee, Prinzessin oder einfach als Hausfrau in bisweilen palastartigen Wohnhäusern leben. Müssen Kinder nicht annehmen, das sei so richtig? Und am Ende wäscht er nur auf Aufforderung ab. Und sie arbeitet ab Kind 1 nur noch halbtags?

(Bildet das Spielzeug für den F. eigentlich gleichermaßen private wie berufliche Situationen ab?)

Etwas später spricht man über Geschlechtsstereotypen. Superhelden und Anna und Elsa werden genannt. Überraschung: Die meisten Anwesenden sind davon überzeugt, dass sie total geschlechtsneutral erziehen. Nur die lieben Kleinen – Schulten werden gezuckt – sortieren sich leider exakt anhand der Rosa-hellblau-Grenze. Anschließend an diese Äußerung sagt dann irgendeine Mutter, die nette K., dass sie als Kind auch ihre Barbiepuppen heiß geliebt habe, und ersichtlich geschadet habe ihr das ja nun nicht.

Ich sehe die K. an. Sie ist Anfang 40, glaube ich, hat irgendwann mal etwas mit Design im Namen studiert und in den letzten Jahren als freie Mitarbeiterin ihrer früheren Firma einzelnen Projekten zugearbeitet. Ich glaube, sie verdient damit so um die 15.000 Euro im Jahr. Ob die frühere Firma sie später wieder nimmt, wenn die beiden Kinder größer sind? Ihr Mann ist jedenfalls beruflich so viel unterwegs, dass er nur selten mal abholt und ganz bestimmt nicht derjenige ist, der mit den Kindern Plätzchen backt, bastelt oder Blockflöte übt. Die Mädchen in ihrem Umkreis lernen also aus der Beobachtung der K. und vieler anderer Frauen, dass Frauen Kinder abholen, Perlenarmbänder auffädeln und zum Kinderarzt gehen. Männer arbeiten in Büros, weil ihre Jobs wichtiger als Perlenarmbänder sind.image

(Erlebt der F. eigentlich die Arbeitsteilung zwischen dem J. und mir auch beim Kochen, Basteln, Kinderarzt als halbwegs hälftig?)

Die K. erzählt mir, dass der kleine B. die Kita verlassen hat. Seine Eltern haben sich im Sommer 2015 getrennt. Die Mutter des B. hatte zuletzt einen Dawanda-Shop mit Patchworkkissen und -kuscheltieren betrieben, aber damit kaum das Material verdient. Weil sie bei ihrer früheren Agentur nie fest angestellt war, konnte sie in diesen Job nicht mehr zurück. Sie hat sich dann fast ein Jahr beworben und schließlich in Düsseldorf etwas gefunden. Es ist wieder eine Werbeagentur, aber an ihren früheren beruflichen Status hat sie nicht wieder anknüpfen können. Sie ist nun Assistenz, das gehe auch besser mit den Kindern. Die betreut nun hauptsächlich ihre Mutter. Alle zwei Wochen lässt der Vater die Kinder einfliegen, dann geht alles, was im Alltag der Kinder nun finanziell nicht mehr möglich ist.

Alle am Tisch bedauern die arme Mutter des B. Niemand stellt ihre Entscheidung in Frage, jahrelang auf selbstgenähte Kissen zu setzen. Alle tun so, als sei quasi jede Tätigkeit gleich zu bewerten, egal, ob man damit genug verdient für ein komfortables Leben. Sicherlich hat das auch etwas damit zu tun, dass man einer Frau am Boden nicht auch noch Vorwürfe machen soll. Aber es gibt einen unsinnigen Glaubenssatz unter Frauen, dass Geld nicht wichtig sei, nichts, über das sich zu sprechen lohne. Das rächt sich oft schon innerhalb einer Beziehung, weil es die Kräfteverhältnisse zuungunsten der Frau verschiebt. Richtig dicke kommt es aber nach einer Scheidung, wenn aus Mittelschichtmüttern plötzlich Alleinerziehende mit Hartz IV werden, weil entgegen einer offenbar immer noch weit verbreiteten Ansicht Frauen mit Kindern über drei keinen Betreuungsunterhalt mehr bekommen und des Kindesunterhalt (wenn er denn fließt) nicht reicht.

(Reden wir mit dem F. überhaupt über Geld?)

Auf dem Heimweg bin ich mit mir so mittelmäßig zufrieden. Unsere Verteilung von Aufgaben ist ungefähr paritätisch. Das Spielzeug des F. ist aber insgesamt schon eher typisches Jungenspielzeug. Viel Playmobil, viel Lego. Männchen, die arbeiten und eher keine Blumenfeste feiern. Schön wäre es, seine Männchen würden ebenso Feuer löschen wie Rosen pflücken. Beim Basteln und Kochen gibt es eine kleine quantitative Differenz, ungefähr 70 : 30. Bei der Erziehung rund um Geld, Wirtschaft und Wirtschaften stehen wir noch ziemlich am Anfang.

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