Zum Schloss

Aber im nächsten Sommer, mein Lieber, fährst du mit mir bis ans Meer. In der Frühe um fünf geht es los, und die Haut des Himmel wird zart sein und grün und schimmern vor Reinheit und Morgen. Müde werden wir sein von der langen Nacht in der Stadt, klebrig von Bier und von Schweiß und bestäubt von schwärzlicher Asche.

Unter den Bäumen verstecken wir unsere Kleider im Gras. In den Ästen schlafen gestreift die trägen, nächtlichen Tiere, und auf dem Grunde des Meeres säumen Nereiden den Weg zwischen Steinen und Schutt durch den Schlick bis zum Schloss, wo der Muschelthron wartet, mein Lieber: Weit abseits der Welt, und wogend im Tang wie in Träumen.

2 Gedanken zu „Zum Schloss

  1. Meine bessere Hälfte ist immer wieder most excited, ja nachgerade außer sich ob der druckreifen Hexameter, die Madame nach eigenem Bekunden gar nicht bewußt zusammenbastelt, aber faktisch eben doch unablässig herauswürfelt. Doch egal ob konstruktives Können oder irrlichternde Intuition, hier bleibt uns nur, den (nicht vorhandenen) Hut zu ziehen und das Haupt in staunender Demut anerkennend zu neigen…

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