Archiv für den Monat: April 2020

23.04.2020: Füße

Es wird warm in Berlin. Es ist genauer gesagt schon seit Wochen immer wieder warm, so ein drei-, viertägiger falscher Sommer, gefolgt von windigen Tagen, aber nun scheint er angekommen zu sein, der Berliner Sommer. Nur der Sommerrausch, diese Tage, in denen die ganze Stadt wie betrunken selig lächelnd durch die gleißend helle Stadt schwankt, bleibt dieses Jahr aus.

Nichts ist es mit dem ersten Bier am Schwanenteich. Nichts mit dem ersten G&T auf den Dächern von Mitte. Aber die Abende auf dem Rad, die bleiben, der warme Wind auf der Haut. Nur die Winterfüße, die stecken noch in geschlossenen Schuhen, denn gerade gibt es niemanden, der mir Sommerfüße macht, und ich selbst traue ich mich nicht an diese hornigen Klumpen

10.04.2020: Was nicht

Immer angenommen, ich würde mich für mich vernünftig anziehen und bürsten, weil ich eben eine Person sein möchte, die vernünftig angezogen und frisiert ist. Nicht zu viel, weil ich dafür zu faul bin, und noch aus meinen optisch ein wenig unrühmlichen Jugendjahren Vorbehalte gegenüber zu gut frisierten Menschen zurückbehalten habe. Aber immerhin ordnungsgemäß, 6 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10. Nach vier Corona-Wochen weiß ich:  Das ist alles Quatsch. Wenn es niemand sieht, also nicht mal Leute beim Lunch, nicht mal Kollegen oder so, dann muss ich mich schon disziplinieren, um alle zwei Tage zu duschen. Vermutlich geht’s allen so und die überbordenden VCalls dienen in Wirklichkeit nur als extrinsischer Reiz, damit die Deutschen nicht total verkommen.

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Hätte endlich Zeit, an all den Abenden, die ich zuhause bin, ein Buch zu schreiben oder wenigstens fertig zu schreiben, aber ich schaffe es tatsächlich nicht, auch nur eine ganz kleine Geschichte zu plotten oder eine schon geplottete zu Ende zu schreiben. Irgendwo sitzt sie also doch, die Angst oder die Unruhe, auch wenn ich sie nicht spüren kann.

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Nach zwei Wochen selbst gekochtem Essen schmeckt und bekommt mir das gestern gelieferte Restaurantessen nicht mehr.