Langsam, auch weil es dunkler wird, verschwimmen die Tage und Tageszeiten. Ich weiß nicht mehr, ob gerade Sonntag oder Dienstag ist. Den ganzen Tag ist es halb fünf. Und hinter mir und vor mir streckt sich die Zeit wie ein träges Tier mit staubigem Fell.
Am Abend gehe ich vor die Tür, atme kalte scharfe Luft und gehe irgendwohin, wo zumindest Bewegung und Lärm ist, der den Stillstand kaschiert. Nachts wogt die Zeit um die Füße meines Bettes. Ich lade mir Menschen ein, die mir von ihrem immergleichen Alltag erzählen, garniert mit Anekdoten. Irgendwo, gar nicht weit weg, feiern andere Erfolge, weinen über Niederlagen, verlieben sich und trennen sich wieder.
Hier ist es ganz still.
Stille ist eine gute Voraussetzung für Konzentration. Aber worauf? Wenn es zu lange zu still, dunkel und verschwommen ist, wirft es einen nur immer auf die eigene Leere zurück. Oft schon habe ich so gewartet, daß wirklich etwas passiert. aber es passierte nichts. So lange nicht, bis ich etwas unternahm.