Der letzte September

Aber irgendwann endet auch dieser lange Sommer. Irgendwann wachsen die schwarzen Schatten unter den Bäumen, bis die Stadt ganz und gar in Dunkelheit versinkt und in Regen. Irgendwann steigen die Nebel aus den Kellern unter der Stadt, irgendwann streichen die Toten schon mittags über den Kurfürstendamm und sitzen einsam vor eiskaltem Tee.

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Heute aber leuchtet die Stadt noch einmal. September. Heute ist das Laub noch aus Gold, aus glänzender, grüner Seide, aus funkelndem Licht. Heute sitze ich noch einmal am Schwanenteich. Café Schönbrunn. Heute gibt es noch einmal Bratwurst und Bier. Die Kinder laufen Bällen nach, die Hunde springen und kläffen, und die Toten liegen noch tief unterm Rasen und träumen vom früheren Licht.

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