Der kinderlose Montag

Eine Woche weilt der F. allein bei den Großeltern, weil seine Kita vier Tage geschlossen hat. Teamfortbildung. Ich habe ein bisschen Angst vor Teamfortbildungen und den daraufhin unweigerlich folgenden pädagogischen Experimenten, weil ich Veränderungen nicht schätze und die aktuellen pädagogischen Trends für Blödsinn halte, vom offenen Konzept bis zur Kompetenzorientierung. Vermutlich liegt das am Alter. Leute werden ja immer konservativer, wenn sie älter werden. Das gilt auch für mich, allerdings bisher begrenzt auf das Gebiet der Erziehungswissenschaften.

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Dem F. geht es bei den Großeltern prächtig. Er isst den ganzen Tag leckeres, sehr fettes Zeug, spielt im Riesengarten und übt mit der Großmutter seine Theaterrolle für die Kitaaufführung und Schwungübungen, weil es ihn irgendwie fertig macht, dass seine Fünfen nicht so schön aussehen wie die eines anderen Kindes in seiner Kitagruppe, das er um die Schönheit seiner Zahlen heftig beneidet.

Es ist unglaublich, wie viel Zeit man hat, wenn das Kind nicht da ist. Man kann bis nach acht im Bett liegen und ist trotzdem um halb zehn im Büro. Man muss sich im Büro nicht beeilen, weil es ja total egal ist, wann man nach Hause kommt. Man kann sich irgendwann nachmittags Kaffee holen, man kann plaudern, man kann der Uhr dabei zusehen, wie es acht, neun, halb zehn wird, und wenn man nach Hause kommt, lässt man sich aufs Sofa fallen und isst Falafel von der Bude um die Ecke.

3 Gedanken zu „Der kinderlose Montag

    1. Guten Neustart! Ich habe mich nach drei Tagen gefühlt, als sei ich nie weggewesen, das war etwas unheimlich, aber auch wiederum sehr schön.

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