Dr. Google und mein Knie

Wer im Internet Aufklärung über gesundheitliche Wehwehchen sucht, hat es nicht besser verdient. Auf der anderen Seite: Ich warte sehr, sehr ungern irgendwo, am wenigsten gern warte ich im Wartezimmer von Ärzten darauf, endlich dranzukommen, dabei bin ich sogar privat versichert, aber warte trotzdem immerhin so lange, dass es mich abschreckt, einen Arzt aufzusuchen, solange es irgendwie geht.

Langsam allerdings habe ich daran so meine Zweifel. Letzte Woche war schon doof. Ich war müde, ich war irgendwie so ein bißchen Hackfleisch, ein wenig benommen, halt so, und dann wache ich auf und mein rechtes Knie schmerzt. Schmerzt richtig. Schmerzt so, dass Fahrradfahren weh tut, aber immerhin besser ist als Herumlaufen, denn das tut richtig weh. Also so richtig.

Abends bin ich ziemlich durch. Am nächsten Morgen geht es, abends ist es dann wieder irgendwie blöd, und dann kommt das Wochenende. Hochlegen, denke ich. Schonen. Aber dann stehe ich doch einen Abend lang auf einer Gartenparty herum, mein Knie prickelt inzwischen, und irgendwie schmerzen nun auch meine Leiste und mein Knöchel. Zu Hause klappe ich den Rechner auf und gebe alle Symptome bei Google ein. Die Antwort ist so nicht brauchbar und ganz schön diffus.

Sonntag geht es dann so halbwegs. Morgen ist nun Montag, Ärzte öffnen, ich könnte in der Mittagspause einen Orthopäden aufsuchen, aber dann gibt es nichts zu essen, ich gehe doch so ungern zum Arzt, und so sitze ich hier nun, gebe alle Symptome bei Google ein und frage das Netz: Geht das nicht von allein auch wieder weg?

Die Antworten sind allerdings nicht sehr ermutigend und nicht einmal sehr klar.

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6 Gedanken zu „Dr. Google und mein Knie

  1. Selbstdiagnose, sei es via google, sei es mit einem Hausbuch für Medizin ist eher müßig, waghalsig gar. Es kann nur in den seltensten Fällen eine unumstößliche Eindeutigkeit geben, und in diesem Sinne gefällt mir, daß die Frage, ob es von allein verschwände, nicht beantwortet wurde, gar sehr.

  2. Das klingt überhaupt nicht gut, und so sehr ich es auch selbst vermeide zum Arzt zu gehen (weil dem Arzt ja gar nicht gelegen daran sein kann, einen gesund zu sehen, denn dann verdient er ja nichts… überhapt ist Geld die Wurzel allen Übels) – in einem solchen Fall ist es unbedingt notwendig, also nichts wie hin.

  3. Zumal nur ein Arztbesuch die heilende Kraft des Wartezimmeraufenthalts mit sich bringt: Wenn man da so sitzt, sinken die Beschwerden automatisch auf das Mindestmaß, mit dem man sich so richtig memmig fühlen kann.
    (Und wenn sie nicht sinken, kann man wenigstens ordentlich erschrecken und zum Schluss kommen, dass es wirklich höchste Zeit für den Arztbesuch war.)

  4. Das klingt nach „In der Nacht schwer verlegen“, das kann vorkommen, gerade wenn man viel sitzt und wenig Bewegung hat. Ich würde es mal mit einer Schmerzsalbe aus dem Sportbereich probieren und wenn es dann nicht weggeht – dann zum Arzt. Die Ausbreitung könnte vom schmerzreduzierenden Rumkippeln und falschen Belasten kommen. „Is vo seiba kumma und wead vo seiba geh“ ist da der klassisch-bayerische Spruch dafür.

  5. Uhhh, ahhh, kenne ich. Bin aber inzwischen belehrt. Als ich das letzte Mal das Warte-Google-Spiel gespielt habe, hat man mich letztendlich vom Wartezimmer aus, nur noch stationär aufnehmen können. Wochen waren im Eimer. Moral von der Geschicht: wenn es echt dolle weh tut, ab zum Arzt. Gute Besserung!

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