Herbst

Dann aber, als sei etwas über Nacht zerbrochen, wache ich eines Samstags auf und es ist Herbst. Es ist nicht nur ein bisschen kälter für ein paar Tage. Es sind auch nicht die kühleren Nächte. Es ist, als wäre die Erde unter unseren Füßen auf einmal schwerer und die Wolken aus Beton. In den Bäumen sackt nun Tag für Tag der warme Saft des Sommers in den Kapillaren nach unten, und an den Ampeln schauen die Leute aneinander vorbei.

Dein Sommerhaar, mein Lieber, treibt nun auf den schwärzesten Wassern. Deine Haut weht fleckig in Streifen im Wind. Ich aber, ich horte den Sommer aus Beeren und Bienen in Töpfen. Ich stapele Säcke voll Limo und Licht. Ich bin der hellere Himmel, der schimmernde Staub, und ich fliege des Nachts mit den Schwalben.

2 Gedanken zu „Herbst

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